Lençois Maranhenses, Maranhão

Der Dünenteppich des norbrasilianischen Bundestaates Maranhão gilt neben den Dünen des mittleren Rio São Francisco im Landesinneren von Bahia als das einzige Wüstengebiet Brasiliens. Ein 1550 km² grosser Sandkasten direkt am Meer, bis zu 50 km breit. Regelmässige und oft recht starke Winde vom Meer streichen über die Dünen und halten sie glatt und sanft gewellt wie Bettlaken, daher der Name "Lençois Maranhenses" (die Laken von Maranhão). Eine interessante Abwechlsung nach so viel grün. Anfang der 80er wurde diese fazinierende Gegend zum Nationalpark erklärt.

Startpunkt für Ausflüge in die Lençois Maranhenses ist der Ort Barreirinhas. Von dort fahren tradtionelle Kutter und Schnellboottaxis zu den Küstenorten Atins und Caburé. Der Leuchtturm von Caburé, einem winzigen Nest auf einer schmalen Halbinsel zwischen Meer und Fluss, bietet eine fantatische Aussicht. Von Caburé aus gibt es ein paar Pisten für Jeeps zu den Orten Paulino Neves und Tutóia. Tutóia ist von Barreirinhas aus auch über eine Aphaltstrasse zu erreichen, nur bekommt man auf dieser Strecke von der Dünenlandschaft nicht sonderlich viel mit. Deswegen hatte ich mir in den Kopf gesetzt, dien Weg nach Tutóia über eine Sandpiste abkürzen. Ich schlug die Warnungen der Einwohner in den Nordostwind und machte mich auf den Weg. Mein Bike heisst ja Sahara, sagte ich mir, allzuviel schiefgehen kann da nicht, schlimmstenfalls sammeln wir ein paar Erfahrungen für den nächsten Ägypten Urlaub. Wie wahr: für die 80km von Barreirinhas nach Tutóia brauchte ich insgesamt 16 Stunden, und gute 10km durfte ich meine Sahara schieben. Was die Strassenqualität angeht sind Brasilianer vieles gewohnt. Selbst Bundesstrassen bleiben über Ewigkeiten ungewartet und sind stellenweise in spetakulär schlechtem Zustand. Deswegen sollte man immer auf Brasilianer hören, wenn sie sagen, einen Strecke sei unbefahrbar.

 



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