Die Kleinstadt Olinda, gelegen ein paar Kilometer nördlich der Metropole Recife im Bundestaat Permanbuco, ist einer der ältesten Orte Brasiliens. Gegründet wurde sie in den 30er Jahren des 16.Jahrhunderts, also noch vor der offiziellen Gründung der Kronkolonie Brasilien im Jahre 1549. Anders als in den meisten anderen in dieser Phase gegründeten Orten hielt hier die erste Kolonistengeneration auch ohne Hilfe aus Lissabon feindseligen Indianern und französischen Schmugglern stand.

Ausschlaggebend war dabei, so sagt man, dass der ledige Schwager des Governeurs, ein gewisser Jeronimo de Alburquerque, nicht nur Dutzende von Kindern mit Indianerinnen (vorzugsweise Häuptlingstöchter) zeugte, sondern diese Nachkkommenschaft auch offiziell anerkannnte, was früher als in anderen Gegenden Brasiliens für ein verlässliches soziales Netzwerk sorgte. So kam der fleissige Jeronimo zu dem klangvollen Beinamen "Der Adam von Permanbuco". Folgegerecht waren 1549 - sowie weit darüber hinaus - alle wichtigen Ämter in Pernambuco von der Alburquerque Familie besetzt. Gerade 20 Generationen gingen seitdem ins Land, und so so sagen bis heute viele den Bundesstaaten Pernambuco und Alagoas (das ursprünglich zu Pernambuco gehörte) nach, Vetternwirtschaft und Oligarchie seien dort besonders stark ausgeprägt.

Aus urbanistischer und kutureller Sicht hatte Olinda Glück, da die Holländer, die Pernambuco um 1630 eroberten, es vorzogen, ihren neuen Verwaltungssitz in der südlich von Olinda gelegenen Tiefeebene zu errichten. Daraus wurde dann die heutige Millionenstadt Recife, die von Olinda aus zu sehen und mit Lineinbussen zu erreichen ist. Dieser Umstand macht Olinda zu einer Art Freiluftmuseum, denn seitdem steht die Geschichte (von ein paar Kleinigkeiten einmal abgesehen) hier still. Der tradionelle Karneval von Olinda ist in brasilien berühmt und etwas ganz anderes als die übermächtigen Trio Eletricos in Salvador oder die teuren Sambaspektakel in Rio de Janeiro. Am besten erkundet man Olinda zu Fuss, allerdings nicht, ohne sich vorher nach einem sicheren Stellplatz für das Bike umgesehen zu haben.